Kosten von Marderschäden

Marderschaden: Welche Kosten können entstehen?

Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen und ihr Kfz-Werkstatt offenbart Ihnen bei der jährlichen Inspektion das ein Marder in Ihrem Motorraum sein Unwesen getrieben hat, ist der erste Schock oftmals groß und die Angst vor hohen Reparaturkosten oftmals umso größer. Die nachfolgenden Passagen geben Auskunft zu typischen Marderschäden und die damit verbundenen Kosten.

Schadenstypen und Schadensmonate

Es gibt bestimmte Teile in Autos, die häufiger von Marderschäden betroffen sind. Dazu zählen Kunststoffschläuche, Schläuche für Kühl- und Scheibenwaschwasser, Isoliermatten, Stromleitungen, Zündkabel und die Faltenbälge an der Lenkung und den Antriebswellen. Selten von den Tieren zerbissen werden Bremsschläuche, Kraftstoffleitungen, Keilriemen und auch die Reifen der Autos.

Besonders häufig treten Marderangriffe im Frühjahr und den Sommermonaten zur Paarungszeit der Tiere auf. Die Männchen reagieren dann besonders aggressiv aufeinander und sind sehr auf Ihren Revierkampf bedacht. Sie reagieren folglich stärker auf fremde Duftmarken anderer Marder in ihrem Revier. Diese finden sich häufig an Autos. So vergehen sich die Tierchen aus Wut an den Teilen des Motorraums im Auto, wenn sie den Feind dort nicht antreffen, aber seine Markierung riechen können. So gilt vor allem der Mai als Schadensmonat, da hier genauso viele Schäden gemeldet werden, wie in den Monaten Dezember bis Februar zusammen vorkommen. Die am stärksten von Marderangriffen betroffenen Monate insgesamt sind April bis Juli [Quelle].

Direkte Schäden und Folgeschäden durch Marderangriffe

Bei den Schäden, die ein Marder an Ihrem Auto anrichten könnte, unterscheidet man ganz allgemein zwischen direkten Schäden und Folgeschäden.

Von direkten Schäden spricht man in dem Fall, wenn sich die Tiere an den Zündkabeln, Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuchen, Kunststoffschläuchen, Stromleitungen und Isolierungen, Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung und auch an den Faltenbälgen zu schaffen gemacht haben. Diese direkten Beschädigungen sind meist zunächst nicht unmittelbar gefährlich und relativ günstig zu reparieren. Das heißt, sie liegen bei den meisten Versicherungen im Bereich der Eigenbeteiligung, nämlich unter 150 Euro Reparaturkosten. Sehr selten von Mardern beschädigt werden Bremsschläuche, Kraftstoffleitungen, Keilriemen und auch die Reifen des Autos. Solche Schäden könnten auch lebensgefährlich werden. Bis jetzt sind jedoch keine Fälle bekannt, in denen Marderschäden eine Lebensgefahr darstellten.

Am teuersten und vor allem am gefährlichsten sind bei Marderangriffen jedoch die Folgeschäden, die aus den direkten Schäden entstehen können, wenn sie über eine Zeit unentdeckt bleiben. Hier wäre zum Beispiel ein Motorschaden denkbar. Wenn die Tiere also den Kühlwasserschlauch zerbissen haben, die Kühlflüssigkeit als Folge ausläuft und der Motor überhitzt. Auch riskant ist eine Beschädigung der Gummimanschetten des Fahrzeugs. Dies beeinträchtigt die Lenkung des Fahrzeugs. Beschädigte Zündkabel stellen ebenso ein akutes Problem dar, da die Antriebseinheit und der Katalysator folglich nicht mehr richtig funktionieren.

Am häufigsten durch Marderangriffe betroffene Teile:
  • Zündkabel – 40%
  • darauf folgen die Kühlwasserschläuche – 34%
  • Niederspannungskabel – 21%
  • Gummimanschetten an Antriebswellen und Lenkung – 14%
  • Beschädigungen der Isoliermatten für Geräusch- und Wärmedämmung – 7%
[Quelle]

Wie teuer kann ein Marderschaden werden?

Die Reparaturkosten hierbei liegen, wie bereits erwähnt, meist unter 150 Euro. Die Kosten für die aus nicht entdeckten kleineren Schäden entstehenden Folgeschäden liegen jedoch dann häufig bei mehreren 1.000 Euros, die die meisten Versicherungen nicht übernehmen. Erst bei einer zusätzlichen Versicherung gegen Marderschäden sind Sie auf der sicheren Seite.

Was hilft gegen hohe Marderkosten am Auto?

Sobald Sie merken, dass sich ein Marder in Ihrem Auto eingenistet hat, ist es sinnvoll, zunächst eine Motorwäsche zu machen. Marder werden von dem Geruch anderer Marder angelockt und reagieren darauf aggressiv.

Leider hilft es nicht lange gegen Marder, sich verschiedener, für die Marder schlecht riechender Hausmittel zu bedienen. Die Tiere gewöhnen sich relativ schnell an schlechte Gerüche, zudem verfliegen diese im Regen recht schnell. Somit helfen langfristig weder Tabasco, noch Mottenkugeln, WC-Steine oder Ähnliches. Auch Hundehaare sind ineffektiv gegen Marder, da die Marder wissen, dass die Hunde nicht in die Motorräume der Autos gelangen und somit keine Bedrohung für sie darstellen.

  • Parken Sie Ihr Auto meist am selben Ort oder relativ in der Nähe, kann es helfen, den Motorraum von unten mit einem mit Kaninchendraht bespannten Rahmen zu verschließen, sodass die Marder gar nicht erst hineingelangen. Zudem bieten viele Autohersteller heutzutage Marderschutz ab Werk oder zum Nachrüsten an. Hier schützen Borstenvorhänge den Motorraum vor den ungewollten Eindringlingen.
  • Auch andere Dinge lose unter dem Auto wie Sperrholzplatten auf Spiralen, weiß angestrichener Maschendrahtzaun oder Wellblech sollen die Marder fernhalten, da sie ungern auf wackelnde Gegenstände oder fremde Dinge klettern.
  • Auch wirksam ist es, sich bissfesten Schlauch- und Kabelschutz in der KFZ Werkstatt einbauen zu lassen, oder sich im Baumarkt schlauchartige Manschetten zu kaufen und diese selber über die Kabel zu montieren. Hierzu sollte man aber fachliche Kenntnis haben, um selber nichts zu beschädigen.
  • Da Marder nachtaktive Tiere sind, kann es sie oft schon abschrecken, wenn das Auto im Licht steht, oder an einem Ort, an dem Licht per Bewegungsmelder gesteuert sind. Marder meiden das Licht.
  • Zudem mögen Marder keine lauten Geräusche. So können auch Ultraschallgeräte, die für die Marder sehr unangenehme Töne absondern, hilfreich sein. Diese Töne sind für uns Menschen jedoch nicht hörbar und so nicht störend. Jedoch können die Tiere sich auch an sehr unangenehme Töne recht schnell gewöhnen.

Um hohe Kosten durch einen Marderschaden zu vermeiden bieten ein Elektroschockgerät oder ein Kombinationsgerät aus beidem, Ultraschall und Elektroschock den wohl besten Schutz. Bei einem Elektroschockgerät werden Kontaktplättchen an den Eingängen der Marder ins Auto befestigt. Diese lösen einen Stromschlag aus, wenn die Tiere versuchen, ins Auto zu gelangen. Zudem verbrauchen diese Geräte wenig Strom und sind ausgeschaltet, sobald das Auto gestartet oder die Motorhaube geöffnet wird.

Der sicherste Schutz ist jedoch vermutlich immer noch eine zusätzliche Versicherung, die auch für die Folgeschäden eines Marderangriffs aufkommt. So gehen Sie kein Risiko ein, später eine teure Überraschung zu erleben.