Marder mit Marderfall fangen

Marder fangen: Das sollten Sie wissen!

Oftmals treibt der Steinmarder in Deutschland sein Unwesen. Das kleine Tier knabbert Kabel an, hinterlässt Kot und Urin auf dem Dachboden oder nistet sich auf diesem ein und tyrannisiert die menschlichen Bewohner mit seinen Geräuschen, während zeitgleich Dämmmaterial und Co. beschädigt werden. Leider sind Marder nicht so unscheinbar, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Hat ein Marder erst einmal den Weg in das eigene Haus oder das Fahrzeug gefunden, lässt sich dieser nur schwer wieder loswerden.

Warum den Marder fangen?

Die Gründe, die für ein Fangen des Marders sprechen, können sehr vielseitig sein. So verursachen die Plagegeister nicht nur am Haus und auf dem Grundstück enorme Schäden, sondern können auch das eigene Auto lahmlegen.

Marderschäden am Haus

Ob nun durchtrennte Kabel, Beschädigungen an Dämmung, Leitung und Rohren oder Geruchsbelästigung durch Kot, Aas und Urin – die Schäden im und am Haus durch einen Marder können vielseitig sein. Oftmals wählen die Tiere den Dachboden als Quartier und machen es sich auf diesem gemütlich. Neben der Vertreibung vom Dachboden, kann auch versucht werden den Marder zu fangen, um den entstehenden Schaden zu reduzieren.

Marderschäden am Auto

Parkende Fahrzeuge sind oftmals das Ziel von Mardern. Durchgebissene Zündkabel und andere Zerstörungen machen ein Starten des Fahrzeuges unmöglich. Vor allem während der Paarungszeit ist das Auto oftmals von Marderangriffen betroffen. Auch in diesem Fall sollte vorsorglich versucht werden den Marder zu fangen, damit dieser am Fahrzeug keinen Schaden anrichtet.

Marder fangen: So geht es

Wie fangen Sie einen Marder am besten? Aufgrund der scheuen Natur der Tiere ist es oftmals gar nicht so einfach einen Marder zu fangen. Wir verraten Ihnen jedoch, wie Sie dieses Vorhaben am besten umsetzen.

1. Jagdrecht beachten und Genehmigung einholen!

Bei all dem Unheil, das der Marder anrichten kann, darf das Tier jedoch nicht einfach gefangen oder gar getötet werden. Denn der Steinmarder unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht, da die Allesfresser zu den bedrohten Arten gehören. Um einen Marder fangen zu können, muss zunächst einmal eine Genehmigung bei der Jagdbehörde eingeholt werden. Mit dieser darf das Tier dann in der Zeit vom 16. Oktober bis 28. Februar mithilfe einer Lebendfalle eingefangen werden. Der Rest vom Jahr is Schonzeit. Ein Töten oder Vergiften der Tiere durch Privatpersonen ist grundsätzlich verboten und wird mit einer Strafe (Geld- oder Freiheitsstrafe) geahndet.

ACHTUNG!
Das Aufstellen einer Lebendfalle zum Fangen des Marders ist nur mit entsprechender Genehmigung möglich! Ohne Erlaubnis droht eine erhebliche Strafe.

2. Zum Marder fangen benötigen Sie eine Falle

Um einen Marder fangen zu können, muss zunächst einmal die passende Falle her. Dabei werden zum einen Lebendfallen und sogenannte Totschlagfallen unterschieden. Da Privatpersonen mit einer jeweiligen Genehmigung den Marder aber nur fangen dürfen, sind die Totschlagfallen grundsätzlich in Deutschland verboten und nur in einigen Ausnahmen für Jäger und andere Fachkundige gestattet. Lebendfallen zeichnen sich dagegen immer durch die gleiche Funktionsweise aus. In der Mitte der Falle findet sich ein Trittbrett, das durch einen Mechanismus das Verschließen der Falltür auslöst. Als besonders effizient haben sich die sogenannten Durchlauffallen erwiesen.

Beispiel: Kastenfalle aus Holz

So wie die 123jagd Marderfalle*. Bei dieser Falle kann das Tier von beiden Seiten an den Köder gelangen. Die Falle hat ein Gewicht von 5 Kilogramm und wurde aus wetterfesten Siebdruckplatten gefertigt. Aufgrund der robusten Bauweise lässt sich diese Falle hervorragend zum Fangen von Mardern und anderen kleinen Tieren verwenden. Mit den Maßen 100 x 18 x 21 cm ist die Falle groß genug, um die Marder artgerecht zu fangen und anschließend wieder in die Natur zu entlassen. Die Lebendfalle ist komplett montiert und somit direkt einsatzbereit. Im Lieferumfang enthalten ist zudem ein spezielles Lockmittel, um Marder und Co. in die Falle zu locken.

Beispiel: Kastenfalle aus Draht

Alternativ bietet sich auch Gitterfallen zum Fangen von Mardern an. Die Moorland Safe 5001 Lebendfalle* ist extrem tierfreundlich, da keine scharfen Kanten vorhanden sind und sich die gefangenen Tiere so auch nicht verletzen können. Mit den Maßen 60 x 23 x 23 cm ist die Falle nicht nur für Marder, sondern auch für Füchse, Ratten und Katzen geeignet. Für einen problemlosen Transport wurde die Falle mit einem geschützten Handgriff versehen. Mittels Kontaktgestänge in der Mitte der Kastenfalle erfolgt die Auslösung, während eine Falltür noch zusätzliche Sicherheit bietet.

Worauf beim Kauf einer Marderfalle zu achten ist

Wichtig ist vor allem die Größe der Falle, damit die Tiere artgerecht gefangen werden können. So sollte die Falle mindestens 0,6 bis 1 m lang sein. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Steinmarder in der Regel eine Körperlänge von 40 bis 54 cm besitzen. Hinzukommt der Schwanz mit einer Länge von 22 bis 30 cm. In der Falle sollte demnach genügend Platz sein, damit der Marder nicht unnötig gestresst wird und sich unter Umständen verletzen kann.

Wichtig: Positionieren Sie die Falle am richtigen Ort

Empfohlen wird, dass Marderfallen nur mit Handschuhen angefasst werden. Dies gilt vor allem beim Aufstellen der Falle. Durch die Handschuhe wird der menschliche Geruch reduziert, sodass sich die Tiere schneller einfangen lassen. In der Regel muss anschließend nur noch der Fall-Mechanismus des jeweiligen Modells präpariert werden. Während das Aufstellen der Marderfalle in der Regel keine Probleme bereitet, ist die Wahl des passenden Aufstellortes hingegen ein wenig kniffeliger. Denn dieser sollte gut durchdacht sein.

Marderfalle

Am richtigen Ort aufgestellt, wird der Marder mit höherer Wahrscheinlichkeit in die Falle tappen.

Der richtige Aufstellort ist entscheidend für den Erfolg. So bringt es nichts, die Falle an einem beliebigen Ort aufzustellen – in der Hoffnung, dass der Marder schon in diese tappen wird. Vor dem Aufstellen sollten die Laufwege der Tiere ergründet werden. So sollte nach Kot, Urin und Futterresten Ausschau gehalten werden. Entlang der Lieblingsstrecke oder den häufigsten besuchten Plätzen wird die Falle dann platziert. Allerdings sollte die Lebendfalle auch nicht zu nahe an den Unterschlupf gestellt werden.

Erfahrungsgemäß hat es sich bewährt die Falle möglichst in der Nähe der Hauswand zu positionieren. Da Marder sehr scheue und zudem vorsichtige Tiere sind, sollte vor allem auf mögliche Schwellen am Falleneingang geachtet werden. Diese könnten verhindern, dass die Marder die Falle betreten. Solche Schwellen können mit Pappe oder Holzbrettchen ausgebessert werden. Bei Gitterfallen sollte zudem Pappe, Teppich, Heu oder Laub in die Falle gelegt werden. Um möglichst erfolgreich einen Marder zu fangen, ist zudem darauf zu achten, dass an der Falle nichts klappert oder quietscht. Diese Geräusche könnten das Tier ansonsten verschrecken.

3. Locken Sie den Marder mit dem passenden Köder an

Nach dem Aufstellen der Falle geht es daran, diese mit dem passenden Köder zu bestücken, damit der Marder auch hineintappt. Zwar sind die Tiere Allesfresser, dennoch haben auch diese so ihre Vorlieben. Und gerade mit einem gutschmeckenden Köder lässt sich ein Marder relativ schnell fangen.  Besonders beliebt bei den Plagegeistern sind:

  • Eier
  • Nüsse
  • Obst
  • Katzenfutter.

Manchmal lieben die kleinen Tiere aber auch Erdnussbutter, Nutella und Co. Leider gibt es bezüglich der Köder kein Patentrezept, denn jeder Marder hat so seine eigenen Vorlieben. Aus diesem Grund lohnt es sich ein wenig zu experimentieren und verschiedene Köder auszuprobieren.

Beispiel: Professioneller Köder von Martenbrown

Alternativ kann auch auf spezielle Lockmittel gesetzt werden. Das Martenbrown® Diebe der Nacht – Marder-Lockmittel* beispielsweise wird als Gel sowie Spray angeboten und eignet sich hervorragend für die Verwendung in Lebendfallen. Eine kleine Menge des Köders wird am Falleneingang sowie dem Auslöser platziert. Der Köder ist optimal für die Fallenjagd geeignet, da ausschließlich natürliche Lockstoffe verwendet werden und die Rezeptur für die Tiere nicht tödlich ist. Neben Mardern lassen sich mit diesem Köder auch Füchse, Siebenschläfer, Dachse und andere kleine Plagegeister fangen.

Beispiel: Spezialköder von Toarock

Ebenfalls in Form eines Gels wird das Fang-Lockmittel von TOAROCK* angeboten. Allerdings zeichnet sich dieses Produkt durch eine starke Lockwirkung aus, sodass neben Marder auch Füchse und Waschbären mit diesem Köder gefangen werden können. Für die einfache Verwendung wird lediglich eine große Portion des Gels vor der Falle und eine weitere Portion auf das Trittbrett der Falle platziert. Natürliche und sorgfältig ausgesuchte Inhaltsstoffe garantieren eine sichere Anwendung, sodass dieses Gel für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich ist.

Beispiel: Spezial-Tabs von Predagel

Ein etwas anderer Köder sind die Predagel Spezial Tabs*. Mit diesem Direktköder lassen sich sowohl Marder wie auch Füchse und Waschbären in die Falle locken. Aufgrund des intensiven und langanhaltenden Geruchs werden die Tiere angelockt, sodass sich dieser Köder durch eine effektive Wirksamkeit auszeichnet. Selbst Regen oder andere Witterungseinflüsse können die Intensität des Geruchs nicht beeinflussen. Alternativ lassen sich die Tabs auch in kleine Stücke zerbrechen, sodass diese optimal in der gesamten Falle verteilt werden können.

Sowohl Köder wie auch Lockmittel sollten in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Es empfiehlt sich nach zwei bis drei Tagen neue Köder auszulegen, um den ungebetenen Gast in die Falle zu locken.

Achtung: Marder sind nicht dumm!
Vor allem im Hinblick auf das Auslegen der Köder ist zu berücksichtigen, dass Marder zwar scheue und misstrauische, aber keine dummen Tiere sind. Futter vor einem Unterschlupf wird in der Regel mit der Gefahr eines anderen Tieres in Verbindung gebracht. So wird sich der Marder niemals auf den Köder in der Falle stürzen und somit in diese tappen. Idealerweise wird eine verlockende Spur zur Falle gelegt. Für diese Spur lässt sich nicht nur Marder-Lockmittel, sondern auch verdünntes Eigelb oder auch Wasser mit Honig verwenden. Aber auch Trockenobst, süße Leckereien oder getrocknete Pansen eignen sich hervorragend, um eine Spur zur Falle zur legen.

4. Abwarten und Beobachten

Nach dem Aufstellen und Bestücken der Marderfalle mit einem geeigneten Köder sowie dem Auslegen einer verlockenden Spur, beginnt das Warten. Da die Tiere in der Nacht aktiv sind, sollte die Falle am Morgen kontrolliert werden. Aber auch im Laufe des Tages sollte hin und wieder nach der Falle geschaut werden. Zum einen natürlich, um den gefangenen Marder nicht unnötig leiden zu lassen und zum anderen spielen Katzen eine große Rolle. Leider tappen diese nicht selten in Marderfallen und müssen dementsprechend befreit werden.

5. Marder gefangen: Und jetzt?

Sofern der Marder dann in die Falle getappt ist, muss dieser wieder freigelassen werden. Das Aussetzen der Tiere sollte möglichst im Wald und mit einer Entfernung von 30 bis 50 Kilometern erfolgen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass der Marder den Weg wieder zurückfindet. Je nach Bundesland kann es aber auch nötig sein, den gefangenen Marder an den zuständigen Förster zu übergeben. Beim Transport des gefangenen Marders sollten Gitterfallen abgedeckt werden. Die zahlreichen Eindrücke könnten das Tier ansonsten noch unnötig stressen und dies sollte auf jeden Fall vermieden werden. Beim Abdecken der Falle ist zudem darauf zu achten, dass der Marder noch ausreichend Luft bekommt und nicht während des Transportes erstickt.

Marder in der Falle

Auch beim Marder fangen sollte auf artgerechte Möglichkeiten geachtet werden – die Tiere stehen unter Jagdschutz.

6. Warum geht der Marder nicht in die Falle?

Selbst bei den leckersten Ködern will der ungebetene Gast einfach nicht in die Falle tappen? Das kann verschiedene Gründe haben. Zum einen kann die Falle nach Menschen riechen, da beispielsweise beim Aufstellen keine Handschuhe getragen wurden. In diesem Fall sollte die Falle gründlich gewaschen und am besten noch einige Tage an der frischen Luft stehen gelassen werden, bevor sie wieder mit einem Köder bestückt und an einem anderen Standort aufgestellt wird. Aber auch der Standort der Falle kann ungünstig gewählt worden sein, sodass diese den Weg des Tieres gar nicht kreuzt. Aus diesem Grund sollte vor dem Aufstellen die Route des Marders genau inspiziert werden.

Fangen der Allesfresser – Schonzeit berücksichtigen

Auch mit Genehmigung der Jagdbehörde darf der Marder aber nicht einfach so gefangen werden. In diesem Zusammenhang muss auch die Schonzeit berücksichtigt werden. Diese ist vom 01. März bis zum 15. Oktober. In dieser Zeit dürfen Marder weder gejagt noch gefangen werden. Denn gerade in dieser Zeit kommen die Jungtiere zur Welt und sind auf die Elterntiere angewiesen. Innerhalb der Schonzeit dürfen Marder lediglich mit speziellen Vergrämungsmitteln vertrieben werden.

Gut zu wissen:
Weitere Informationen bezüglich der Genehmigung zum Aufstellen einer Lebendfalle können bei der zuständigen Jagdbehörde eingeholt werden. Diese teilt Ihnen auch mit, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Strafe bei Missachtung droht.

In Bezug auf die Schonzeit für Marder gibt es jedoch eine Ausnahme innerhalb der Bundesländer. In Mecklenburg-Vorpommern herrscht eine ganzjährige Schonzeit. So können in diesem Bundesland die Marder gar nicht gejagt bzw. gefangen werden. Grund dafür ist der geringe Tierbestand an Mardern in diesem Bundesland, sodass dieser besser geschützt werden muss.

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