Warum gehen Marder an Autos?

Warum gehen Marder an Autos und fressen Kabel?

Die wenigsten Tiere klettern freiwillig in Motorräume hinein und knabbern an Kabel und Schläuchen herum. Das gilt ganz besonders für Wildtiere, die Autos in der Regel eher scheuen, statt sie in ihr Habitat mit aufzunehmen und anzugreifen. Zum großen Ärger von Autobesitzern haben Marder aber genau diese negative Angewohnheit. Warum aber gehen Marder an Autos? Was fasziniert die Tiere so an Autos?

Warum fressen Marder Kabel?

Es gibt drei Hauptgründe, die Marder dazu bringen im Motorraum Schäden anzurichten. Allerdings frisst der Marder nicht wirklich die Kabel. Sie werden angebissen, zerkratzt und beknabbert, weil der Marder sie untersucht. Aber nur selten verschluckt ein Marder auch kleine Stücke und dies wohl eher ausversehen.

1. Der erste Grund für dieses Verhalten ist, dass Marder sehr neugierige Tiere sind. Sie sind lernfähig und untersuchen neue Dinge gerne. Dafür nutzen Marder die Zähne und knabbern an allem herum, was sie spannend finden. Insbesondere Kabel und Schläuche haben es den Tieren dabei angetan. Eine Theorie warum dies so ist, ist dass die Gummiverkleidung sehr angenehm für Marder riecht und die Tiere deswegen in den Motorraum gehen und besonders an Kabeln und Schläuchen herumbeißen.

2. Der zweite Grund ist, dass die Tiere ihr Revier markieren. Dabei nutzen sie Duftmarken, womit das Auto eindeutig dem Revier eines Marders zugeordnet werden kann. Zumindest unter Mardern ist die Botschaft eindeutig. Dieses erste Markieren führt aber in der Regel nicht zu schweren Schäden. Wird eine solche Markierung aber in ein anderes Revier gefahren, kommt das für den Marder einer feindlichen Provokation gleich. Und das führt zum dritten Grund, der für die meisten größeren Schäden verantwortlich ist.

3. Der zweite und dritte Grund sind unmittelbar miteinander verbunden. Wird ein Auto markiert und dann in ein anderes Revier gefahren, dann riecht der Marder in dessen Revier den Rivalen. Er versucht ihn zu vertreiben, findet aber nur das Auto. Die durch den Geruch des Artgenossen geweckte Aggression wird dann oftmals am Auto, besonders dem Motorraum ausgelassen. Dabei belassen die Marder es nicht beim so genannten übermarkieren, sondern beißen auch die Kabel und Schläuche, die nach dem Artgenossen riechen. Besonders häufig kommt es zu solchen Vorfällen im Frühjahr und frühen Sommer. In dieser Zeit reagieren die Marder besonders aggressiv auf den Geruch von Geschlechtsgenossen. Das gilt besonders für die Männchen, aber auch Weibchen sind in der Zeit deutlich aggressiver.

Welche Marder machen überhaupt Probleme?

Es wird oft vom Marder gesprochen, der Schäden im Auto anrichtet. Genaugenommen ist es aber nur der Steinmarder, der in Motorräume einsteigt und dort Schäden anrichtet. Dieser ist sehr anpassbar und flexibel, wenn es um die Wahl des Lebensraums geht. Als solcher lebt das Tier in den Städten und in der Nähe von Menschen. Im Laufe der letzten Jahre haben die Tiere sich zwangsläufig auch an Autos gewöhnt.  Inzwischen klettern sie daher immer öfter auch in Autos und richten Schäden in Motorräumen an. Dies hat den Steinmardern den Spitznamen „Automarder“ eingebracht.

Wie können Schäden vermieden werden?

Um Schäden am Auto zu vermeiden, ist der ideale Weg, den Marder durch Abschottung vom Auto fern zu halten. Ist der Marder erst im Motorraum, wird er dort sehr wahrscheinlich auch Schäden anrichten. Daher muss der Motorraum für den Marder schwer erreichbar sein. Der Einstieg sollte unmöglich oder zumindest so schwer wie möglich sein. Ein guter Weg ist, dass das Auto in einer Garage geparkt wird, in die kein Marder einsteigen kann.

Zusätzlich sollte der Motorraum dem Marder möglichst ungemütlich gemacht werden. Hierzu gibt es verschiedene Hausmittel die Sie probieren können. Alles was für Marder unangenehm riecht, wie zum Beispiel Hundehaare oder WC-Steine, könnte dazu führen, dass der Marder sich lieber einen anderen Unterschlupf sucht.

Allerdings ist die Wirksamkeit von Hausmittel nicht vergleichbar mit einer professionellen Vergrämung durch einen Marderschreck via Ultraschall besser noch in Kombination mit Elektroschocks.

Marderspuren bereits erkennbar?

Ist das Tier bereits im Motorraum so ist die Anwendung einer gründlichen Motorwäsche sinnvoll und zusätzlich die Verwendung sogenannter Duftmarken-Entferner (als Spray erhältlich) um wo oben bereits erläutert die „Attraktivität“ des bereits besuchten Motorraums für rivalisierende Marder aus anderen Revieren zu reduzieren.