Marder töten oder sogar vergiften

Den Marder töten und am besten vergiften – darf man das?

Jeder der bereits einen Marderschaden hatte, weiß wie unangenehm das ist. Da ist es absolut nachvollziehbar, dass Betroffene den Marder so schnell wie möglich loswerden möchten. Nicht selten wird schnell über Gift oder das „einfache“ Erschießen von Mardern nachgedacht. Aber auch wenn das erst einmal verständlich ist, gibt es in Deutschland strenge Richtlinien, die regeln, ob ein Tier eingefangen oder gar getötet werden darf. Allerdings ist der Marder in Deutschland nicht bedroht, so dass die Jagd auf Marder nicht grundsätzlich verboten ist. Es müssen aber strenge Regeln eingehalten werden.

Den Marder fangen und töten?

Die Frage, ob der Marder gefangen werden darf, ist im Jagdrecht geregelt. Dabei ist zunächst festgelegt, dass nur außerhalb der Schonzeit Jagd auf Marder gemacht werden darf. Das gilt sowohl fürs Einfangen und Umsiedeln, wie auch für das Töten von Mardern. Schonzeit für Marder ist in Deutschland vom 1. März bis zum 15 Oktober. In dieser Zeit dürfen die Tiere nicht gefangen, geschweige denn getötet werden. Hauptgrund für den Zeitraum der Schonzeit ist, dass in dieser Zeit die Jungen aufgezogen werden, die ohne das Muttertier verhungern würden. Außerhalb dieser Schonzeit darf der Marder von entsprechend geschulten Personen gejagt werden. Außerdem brauchen Sie eine Genehmigung, durch die zuständige Jagdbehörde.

Das bedeutet, dass Sie sich strafbar machen, wenn Sie ohne entsprechende Schulung den Marder jagen bzw. in die Falle locken wollen. Hierbei ist es zunächst nicht relevant, ob Sie ihn töten oder nur fangen und umsiedeln. Nur wer den entsprechenden Lehrgang zum Fallenstellen besucht hat, darf solche aufstellen. Für Privatpersonen heißt das, dass Sie eine Falle (egal ob Lebendfalle oder Totschlagfalle) nicht ohne Genehmigung und entsprechende Sachkenntnis aufstellen dürfen. Es empfiehlt sich daher eine Fachkundige Person, wie einen Jäger hinzuzuziehen. Auch dieser wird eine Lebendfalle verwenden. Grund dafür ist, dass Totschlagfallen ein hohes Risiko mit sich bringen, dass ein anderes Tier, als der Marder gefangen, beziehungsweise in diesem Fall getötet wird.

Der gefangene Marder könnte getötet werden, wird aber in der Regel in einem entfernteren Gebiet ausgesetzt. Nur bei einem kranken Tier oder einer Überpopulation, kann der Jäger entscheiden, dass das Tier getötet wird. In jedem Fall, dürfen nicht Sie selbst das Tier töten. Das ist im Tierschutzgesetz geregelt. Diese schreibt unter anderem vor, dass eine Person, die ein Wirbeltier tötet, die nötige Kenntnis haben muss und dies für das Tier kurz und möglichst schmerzlos zu erfolgen hat.

Den Marder vergiften?

Einen Marder zu vergiften ist in Deutschland verboten.  Das liegt zum einen daran, dass auch ein Vergiften eines Marders unter das Jagdrecht fällt und daher wie schon beschrieben nicht erlaubt beziehungsweise für Privatpersonen verboten ist.  Der zweite Grund, weswegen das Vergiften des Marders nicht gestattet ist, liegt darin, dass nicht kontrolliert werden kann, welches Tier das Gift frisst. So kann es schnell passieren, dass statt des Marders die Katze vom Nachbarn oder ein Hund vergiftet wird.

In diesem Fall würde nicht nur gegen das Jagdrecht verstoßen, sondern zusätzlich eine Sachbeschädigung begangen. Das bedeutet, wenn herauskommt, wo die Katze /der Hund das Gift gefressen haben beziehungsweise, dass Sie es ausgelegt haben, dann müssen Sie Schadensersatz leisten. Ganz zu schweigend davon, dass so ein Vorfall das Verhältnis zu den Nachbarn in der Regel dauerhaft beschädigen kann und selbst Kleinkinder vergiftet werden könnten. Von daher gilt, dass Sie auf keinen Fall versuchen sollten, den Marder zu vergiften.

Strafmaß bei einem Verstoß

Die Jagd nach Mardern ist streng geregelt und ein Verstoß bei Weitem keine Kleinigkeit. Ein solcher Verstoß kostet je nach Bundesland bis zu 5.000 €, selbst wenn dem Tier nichts geschieht. Wird in der Schonzeit gejagt und/oder nachweißlich ein Elterntier gejagt, können weitere 5.000 € und auch eine Freiheitsstrafe dazu kommen. Bei einem wiederholten Verstoß drohen ebenfalls eine Freiheitsstrafe, sowie eine Erhöhung der Geldstrafe.

Alternativen zum Töten des Marders

Auf Grund der Strafbarkeit wird dringend davon abgeraten den Marder zu töten oder eigenmächtig zu jagen. Aber es gibt Alternativen, die legal sind und Ihnen helfen können den Marder vom Auto und/oder Haus zu verscheuchen.

Das beliebteste Mittel ist die Vertreibung des Marders. Wenn Sie Ihr Auto und Auto für den Marder unangenehm machen, so wird er dieses Versteck oftmals freiwillig aufgeben. Einer der beliebtesten Tricks bei Dachböden ist, dort ein Radio laufen zu lassen. Dies stört den Marder beim Schlafen und er wird diesen Schlafplatz aufgeben. Auch verschiedene Gerüche, wie die von Hunden oder Katzen mögen Marder nicht. Verteilen Sie diese am Motorraum oder dem Dachboden, so wird der Marder diesen fortan sicher meiden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Sie herausfinden, wie der Marder ins Haus beziehungsweise ans Auto kommt. Dieser Zugang muss, wenn dies möglich ist verschlossen werden. Besonders beim Haus, ist es sehr wichtig, dass Sie darauf achten, dass Sie den Marder nicht einsperren. Das Tier würde bei dem Versuch sich zu befreien, Schäden anrichten und wenn die Flucht nicht gelingt verhungern.

Auch das Fangen des Marders (mit fachkundiger Hilfe) und das anschließende Umsiedeln, kann ein Weg sein, den Marder los zu werden. Aber hierbei müssen Sie damit rechnen, dass andere Marder das freigewordene Revier übernehmen. Deswegen sollten nach dem Fangen, wenn möglich alle Zugänge mardersicher verschlossen werden und auch der Motorraum entsprechend geschützt werden.

Für Haus und Auto gibt es zudem Geräte, die Ultraschallwellen und hochfrequente Töne aussenden. Diese sind für Marder ebenfalls sehr unangenehm, sodass die Tiere eine solche Umgebung meiden. Wichtig bei diesen Geräten ist, dass Sie darauf achten, dass sie in Deutschland zugelassen sind. Durch diese Zulassung stellen Sie sicher, dass nicht Hunde oder Katzen in der Umgebung auf die Geräusche reagieren.

Ebenfalls sehr effektiv sind Geräte, die ähnlich wie ein Viehzaun Stromschläge bei einer Berührung aussenden. Kennen Sie den Durchgang des Marders, können diesen aber nicht verschließen, kann das Abbringen eines solchen Gerätes den Marder fernhalten.