Der Marder im Auto

hier erfahren Sie alles Wichtige zu Marderschutz und Marderabwehr rund um das Kfz…

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Kategoriebild Marder im Auto

Einen Marder wünscht sich wohl niemand im Auto. Dennoch kommt es immer wieder zu Schäden durch Marder, die in den Motorraum eindringen und dort Kabel oder Schläuche kaputt beißen. Das führt dann dazu, dass der Motor morgens nicht startet oder es zu Problem mit der Leistung kommt.

Aber warum machen Marder das und welche Marder sind es überhaupt? Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wenn es zu einem Schaden kommt, ist dieser versichert?

Marderschäden in der Statistik

Marderschäden sind geografisch unterschiedlich verteilt. Grund hierfür ist die unterschiedliche Marderdichte in Deutschland. In Süddeutschland leben mehr Marder als in Norddeutschland, sodass das Risiko im Süden besonders groß ist.

Ballungsgebiete mit erhöhter Mardergefahr
Die fünf Städte mit den meisten Marderschäden in Deutschland sind München, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Frankfurt.

Von April bis September werden die meisten Marderschäden gemeldet, da Marder im Spätsommer wegen der Paarungszeit besonders aktiv sind. Außerdem sind Marder im Winter weniger aktiv, als im  2014 wurden über das komplette Jahr etwa 207.000 Marderschäden gemeldet, wobei ein Schaden durchschnittlich 304 Euro kostete. Die Anzahl der Schäden ist angestiegen. Anfang der 70er Jahre, gab es nur vereinzelte Schäden, mit steigender Anzahl an Autos, stiegen auch die Anzahl an Schäden. Ein weiterer Grund für die steigende Anzahl an Schäden ist, dass der Bestand von Steinmardern, die in den 70er Jahren noch sehr selten in Deutschland waren, angestiegen ist.

Generell fühlen Marder sich in der Nähe von Strebergärten und Grünanlagen wie Parks sehr wohl, sodass auch bei Autos die in der Nähe von solchen Orten geparkt werden, Gefahr besteht. Ebenso sind Autos besonders gefährdet, wenn der Besitzer Pendler ist. Grund hierfür ist, dass der Marder auf fremde Mardergerüche aggressiv reagiert. Bei Pendlern ist das Risiko besonders groß, dass das Auto in verschiedenen Marderrevieren geparkt wird und somit mit mehreren Mardern in Kontakt kommt, die deswegen aggressiv reagieren und Schäden im Motorraum anrichten können.

Besonders häufig sind die folgenden Bauteile betroffen:
Schläuche für Kühlwasser und Scheibenwischwasser,  Stromkabel,  Zündkabel, Dämmmatten, Faltenbälge für Antrieb und Lenkung sowie alle Kunststoffschläuche. Das liegt auch daran, dass diese meist leicht zugänglich sind, auch für den Marder, der an Dingen herumknabbert und beißt, die er erreichen kann.

Welcher Marder geht an Autos?

Unter dem Spitznamen Automarder, hat der Steinmarder zusätzliche Bekanntheit erreicht. Er ist ein Kulturfolger und lebt in der Nähe von Menschen. Dadurch gewöhnten die Tiere sich auch an Autos und stiegen im Laufe der Zeit auch in selbige ein. Dabei ist der Steinmarder der einzige Marder, der an Autos geht, die anderen Marderarten in Deutschland sind hierfür zu scheu und meiden Autos.

Steinmarder

Warum mögen Marder Motorräume?

Marder klettern durch kleine Öffnungen in den Motorraum. Manchmal klettern die Tiere auch auf der Motorhaube herum und hinterlassen dort durchaus Kot- und Urinspuren. Schäden richten die Tiere aber nur im Motorraum an. Sie beißen in Schläuche und Kabel, aber entgegen anders lautender Vermutungen fressen Marder die Kabel nicht im eigentlichen Sinne. Sie beißen lediglich an denen herum, sie schlucken das Plastik aber nicht runter. Dennoch sind Marder sehr neugierig und knabbern oftmals aus Neugier auf den Kabeln herum.

Ein weiterer Grund ist, dass Marder aggressiv auf Artgenossen des gleichen Geschlechts reagieren. Insbesondere männliche Marder reagieren bereits auf den Geruch eines männlichen Artgenossen sehr aggressiv. Und die Tiere markieren in ihrem Revier. Bei Autos führt dies dazu, dass ein Auto, welches nach einem Marder riecht in das Revier eines anderen Marders gefahren wird. Der Marder dieses Reviers riecht den Artgenossen und steigt deswegen in den Motorraum ein.

Dort findet er aber keinen Artgenossen, den er vertreiben kann. Das führt zu einem regelrechten Wutanfall, dem dann Kabel und Schläuche zum Opfer fallen. Aus diesem Grund wird auch oft gesagt, dass erst der zweite Marderbesuch zu einem schweren Schaden führt.

Was zahlt die Versicherung und was nicht?

Wenn Sie einen Marderschaden haben, ist das ärgerlich genug. Finanziell stellt sich dann die Frage, ob die Versicherung zahlt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Denn ganz einfach ist die Frage nicht zu beantworten, ob eine Versicherung zahlt. Dies hängt von den Umständen ab.

In der Haftpflichtversicherung des Autos ist ein Marderschaden nicht abgedeckt. Hierfür ist eine Teilkaskoversicherung notwendig. In dieser sind aber oft nur die direkten Schäden abgedeckt. Das bedeutet, dass die Kosten für das zerbissene Kabel übernommen werden, nicht aber die Kosten für Folgeschäden.

Marder im Auto

Marderschäden oft schwer vermeidbar

Kommt es durch ein angebissenes Kabel zu einem Unfall, werden die Unfallfolgen nicht übernommen. Diese Kosten sind aber in der Regel deutlich höher. Ebenso die Kosten, wenn durch ein angebissenes Kabel ein Motorschaden entsteht. In einer Kaskoversicherung können auch die Folgeschäden, bis zu einer Grenze, abgesichert werden. Diese ist oftmals ein Motorwechsel oder eine bestimmter Summe. Ist eine Selbstbeteiligung vereinbart, so ist diese grundsätzlich vom Autohalter selbst zu tragen. Auf Grund dieser Unterschiede ist ein genauer Blick in die Police notwendig und es wird empfohlen eine Versicherung zu wählen, in der auch Folgeschäden abgesichert sind.


Marderabwehr Hersteller

Marderabwehr für BMW
Marderschutz für Skoda
Marderabwehr Audi
Marderabwehr Volkswagen

Die besten Maßnahmen für Marderschutz und Marderabwehr

In Anbetracht der Gefahr, die von einem Marderbiss ausgeht, sollten Sie Ihr Auto mit Marderschutz ausrüsten, um die finanziellen Folgen und auch die Gefahren einzudämmen. Mittel zur Marderabwehr gibt es einige, sowohl Hausmittel, wie auch professionelle Geräte in unterschiedlichen Preisklassen. Aber was ist ein guter Marderschutz für das Auto?

Mechanischer Marderschutz für das Auto

Die unstrittig wirksamste Methode ein Auto zu schützen, ist dem Marder den Zutritt zum Motorraum unmöglich zu machen. Dies kann eine Garage sein, die mardersicher ist oder auch ein Verschließen der Zugänge am Auto. Kann der Marder nicht in den Motorraum eindringen, dann kann er dort auch keine Schäden verursachen. Meist wird der Motorraum mit einer Drahtkonstruktion verschlossen, teilweise aber auch mit Metallplättchen, die auf die Öffnungen zugeschnitten sind.

Ist ein Motorraum abgeschottet, dann ist der Motor vor Mardern gesichert und diese Sicherung wird daher empfohlen, wann immer es möglich ist.

Beim Verschließen sind die Kosten, die je nach Modell unterschiedlich ausfallen, von Nachteil. Außerdem ist das Verschließen nicht bei allen Modellen möglich. Einige Fahrzeuge bekommen dann Probleme mit der Belüftung des Motors, sodass Sie individuell klären müssten, ob ein Verschließen bei Ihrem Modell möglich ist.

Vergrämung des Marders

Wenn der Marder nicht ausgesperrt werden kann, bleibt in der Regel nur den Motorraum so unangenehm wie möglich für den Marder zu gestalten. Das wird auch als Vergrämung des Marders bezeichnet. Sehr gut geeignet zum vergrämen eines Marders sind Gerüche geeignet. Grund hierfür ist, dass der Marder eine sehr sensible Nase hat und auf fremde Gerüche mit Misstrauen reagiert. Ebenso reagiert er auf Gerüche, die er mit Gefahr verbindet sehr misstrauisch.

Als Hausmittel wird daher immer wieder dazu geraten Hunde oder Katzenhaare in den Motorraum zu legen. Beide Tiere stellen eine Gefahr für den Marder dar, weswegen dieser beide meidet. Ein Motorraum, der nach Hund oder Katze riecht, wird daher meist auch gemieden. Ebenso soll Urin als Hausmittel über den Motorraum gegossen helfen, um den Marder zu vertreiben. Bei beiden Hausmitteln gilt aber, dass sie regelmäßig erneuert werden müssen. Ein Nachteil ist zudem, dass der Marder sich an den Geruch gewöhnen kann und mit der Zeit bemerkt, dass der Geruch nicht bedeutet, dass tatsächlich ein Hund beziehungsweise eine Katze im Motorraum sitzt. Gleiches gilt für die Abwehr mit Urin. Daher sind Hausmittel durchaus einen Versuch wert und zudem positiverweise sehr günstig. Aber die Wirksamkeit ist leider sehr unterschiedlich, so lässt der eine Marder sich mit diesen Mitteln leicht vertreiben, andere interessiert es nicht. Das gleiche gilt für die Abwehr mit WC-Steinen, die ebenfalls ein beliebtes Hausmittel gegen Marder im Motorraum darstellen, da der Geruch für den Marder unangenehm ist.

Ebenso gibt es aber auch professionelle Marderabwehrsprays. Diese zielen entweder auf den Geruchsinn des Marders ab oder teilweise auch auf den Geschmacksinn. In beiden Fällen werden die Sprays über den Motorraum, besonders die Kabel und Schläuche gesprüht. Diese riechen dann für den Marder sehr unangenehm und der Gummigeruch, den Marder zu mögen scheinen wird überdeckt. Bei Mitteln, die zudem auf den Geschmacksnerv abzielen, schmeckt das Spray zudem bitter oder sehr scharf. So ist der Marder, wenn er an das Kabel geht sehr schnell abgeschreckt und wird kaum einen weiteren Biss wagen. Positiv am Spray ist, dass es leicht anzuwenden, relativ kostengünstig und deutlich wirksamer als Hausmittel ist. Wenn Sie sich für das Marderspray entscheiden, sollten Sie es zudem regelmäßig auffrischen, da auch der Geruch im Laufe der Zeit verfliegt.

Vertreiben eines Marders durch Ultraschall

Ultraschallabwehr des Marders funktioniert dadurch, dass das System hochfrequente Töne aussendet. Diese können Menschen in der Regel nicht hören. Nur sehr junge Menschen oder Menschen mit sehr sensiblem Gehör können diese Töne teilweise hören und fühlen sich durch diese gestört. Auch Babys können diese Töne teilweise wahrnehmen und durch sie gestört werden.

Marder haben sensible Ohren und sind bei der Jagd auch auf diese angewiesen. Diese hohen Töne sind sehr penetrant und für den Marder unangenehm. Aus diesem Grund machen Marder einen Bogen um derart gesicherte Autos. Aber es gibt Ausnahmen. Ein Marder, der einen Artgenossen wittert, kann so aggressiv werden, dass er die Geräusche ignoriert und dennoch in den Motorraum einsteigt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings deutlich geringer, als bei einem ungesicherten Motorraum. Neben der Sicherheit spricht für diese Methode, dass die Tiere nicht verletzt werden und er ausweichen kann, ehe es unangenehm für ihn wird. Deswegen wird Ultraschall auch als besonders fair bezeichnet. Der Einbau ist relativ unkompliziert und die Geräte gelten als langlebig. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Geräte mit vielen Fahrzeugmodellen kompatibel sind, sodass die Suche nach einem geeigneten Modell einfach ist.

Marderschutz durch Ultraschall mit Blitz

Ultraschall mit Blitz sind Systeme zur Marderabwehr, die einerseits mit Ultraschall und andererseits mit einem hellen Blitzlicht den Marder vertreibt.  Einerseits findet der Marder den Ultraschall an sich schon sehr unangenehm und meidet oftmals Autos, die so geschützt werden. Andererseits gibt es Marder, die ausgesprochen resistent sind, sodass Ultraschall allein nicht ausreicht. Gegen diese Tiere ist das Blitzlicht, welches durch einen Bewegungsmelder ausgelöst wird. Ein Gerät, das beides kombiniert, hat eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit den Marder vom Auto fern zu halten.

Ein Nachteil ist, dass sowohl Blitzlicht, wie auch Ultraschall nicht nur den Marder irritieren können, sondern auch andere Tiere oder im Falle des Ultraschalls auch Menschen mit einem empfindlichen Gehör. Ein Vorteil ist, neben der hohen Wirksamkeit die Tatsache, dass der Marder gar nicht erst in den Motorraum eindringt und die Abwehr auch gegen Ratten und Mäuse wirkt, die sich dem Auto nähern könnten. Ein weiterer Nachteil ist, dass für eine Stromzufuhr gesorgt werden muss, dies kann entweder eine externe Batterie sein oder auch die Autobatterie. Den Einbau sollten Sie einem Fachmann überlassen, wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie das Gerät richtig einbauen. Ansonsten kann es zu Fehlfunktionen oder auch Schäden an Ihrem Auto kommen.

Der Königsweg: die Kombination von Ultraschall mit Hochspannung

Sie können den Marder auch mit einer Kombination aus Ultraschall und Hochspannung vom Auto fern halten. In diesem Fall soll der Ultraschall verhindern, dass der Marder sich dem Auto überhaupt nähert. Wenn der Ultraschall nicht wirkt und der Marder dennoch an Ihr Auto geht, wird er von einem Stromschlag vertrieben. Das System wird auch als „Weidenzaunprinzip“ bezeichnet, da  es funktioniert, wie ein Viehzaun. Bei der Berührung bekommt das Tier einen Stromschlag, der schmerzhaft, aber für das Tier ungefährlich ist. Ein solcher Kontakt am Eingang des Motorraumes und gegebenenfalls gibt es noch weitere im Motor vertreiben den Marder in der Regel. So gilt diese Methode als die sicherste, gleich hinter der kompletten Abschottung des Motorraums.

Vorteile dieser Methode sind die Sicherheit und auch dass die meisten Modelle inzwischen eine automatische Abschaltung bei Öffnung des Motorraumes eingebaut haben. Wenn Sie sich für diese Methode entscheiden, sollten Sie ein solches Modell wählen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass Sie oder jemand anderes, der am Motor schraubt einen Schlag bekommt. Die Wartung der Geräte ist einfach und es ist langlebig.

Ein Nachteil ist, dass Ultraschall auf Grund der Wirkung auf Hunde und Katzen umstritten ist. Haustiere können verschreckt werden und Geräte, die sich nicht automatisch ausschalten, wenn der Motor gestartet wird und ein Haustier transportiert werden soll. Daher sollten Sie darauf achten, dass Sie ein Gerät wählen, welches sich beim Starten des Motors ausschaltet.


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