Marder im Haus, was tun?

hier erfahren Sie alles Wichtige zu Marderschutz und Marderabwehr im und rund um das Haus…

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Kategoriebild Der Marder im Haus

Sehr zum Leidwesen vieler Menschen, leben Marder gerne in Hausdächern. Dabei verdrecken die Tiere nicht nur den Dachboden. Sie sind dazu nachtaktiv und rauben den Bewohnern des Hauses nicht selten den Schlaf. Das Laufen und Springen der Tiere auf dem Dachboden, klingt polternd und unangenehm laut. Dazu kommt Gestank durch Kot, Urin und Aas, welches die Marder auf den Dachboden tragen beziehungsweise dort hinterlassen.

Das sind meist gute Gründe, dass die Marder im Haus nicht gerne gesehen sind. Aber was suchen Marder eigentlich in Ihrem Haus? Und wie können Sie sicher sein, dass es sich um einen Marder handelt? Insbesondere wo der ungebetene Gast sich in der Regel nicht blicken lässt.

Ist es wirklich ein Marder im Haus?

Der Marder ist leider nicht das einzige Tier, das in Frage kommt, wenn Sie ungebetenen Besuch haben und diesen auf Ihrem Dachboden hören. Es könnte sich bei dem Tier auch um Mäuse, Ratten oder eine Katze halten. Letztere hören Sie aber für gewöhnlich nicht, wenn sie über den Dachboden läuft und Sie würden die Katze ziemlich sicher zu Gesicht bekommen.

Mäuse und Ratten hören Sie, allerdings trippeln die Tiere, ein Marder dagegen springt und poltert mehr. Das klingt dann schnell, als würde jemand auf Ihrem Dachboden Turnübungen veranstalten. Die Lautstärke der Schritte allein ist aber kein guter Indikator, denn Mäuse und Ratten können deutlich lauter sein, als bei so kleinen Tiere zu erwarten wäre.

Weitere Indizien für den Marder sind, wenn Sie Aas auf dem Dachboden finden und die Zerstörung der Dämmung.

Hinweis
Wird in kurzer Zeit sehr viel Dämmung zerstört, so ist dies in der Regel das Werk eines Marders.

Im Kot des Marders finden Sie, da Marder Allesfresser sind, nicht nur Fell sondern auch unverdauliche Kerne und ähnliches. Der Kot des eines Marders ist länglich, bis zu 8 Zentimeter und an den Enden meist leicht eingedreht wie eine Spirale. Zudem nutzen Marder meist die gleiche Ecke, sodass der Kot nicht überall verteilt ist, sondern an einigen Stellen gesammelt aufgefunden werden kann.

Welcher Marder ist es?

Wenn in Deutschland von Mardern gesprochen wird, ist meist der Steinmarder oder der Baummarder gemeint. Letzterer ist aber ein reiner Waldbewohner und nicht in menschlichen Häusern zu finden. Nur in Dörfern, kann es passieren, dass auch der Baummarder für Probleme mit Menschen sorgt, dies aber wenn er Kleintiere reißt, nicht weil er in Häuser eindringt.

Sowohl wenn von dem Automarder die Rede ist, wie auch wenn ein Marder  auf dem Dachboden eines Hauses für Unruhe sorgt, handelt es sich um den Steinmarder. Das ist ein so genannter Kulturfolger und als solcher lebt er seit Jahren in den Dörfern und Städten. Im Laufe der Zeit hat der Marder sich dabei auch mehr und mehr in die Großstädte getraut. Obwohl er seit Generationen in der Nähe von Menschen lebt, ist der Marder scheu und Sie werden ihn normalerweise nicht zu Gesicht bekommen.

Gleichzeitig greifen Marder keine Menschen an, außer wenn sie in die Ecke gedrängt werden.  Eine Gefahr stellt er daher nicht dar. Die einzige Krankheit, die bei direktem Kontakt eine Gefahr darstellen könnte ist Tollwut. Auch das Risiko ist in Deutschland aber nicht zu sehen, denn Deutschland gilt seit Jahren offiziell als tollwutfrei. Wenn ein Steinmarder die gewöhnliche Scheu missen lässt, sollte dennoch ein Tierarzt oder Jäger informiert werden und das Tier auf keinen Fall angefasst werden.

Was macht der Marder im Haus?

Der Marder ist kein Haustier und ist sehr scheu und vorsichtig. Auch meidet er den direkten Kontakt zu Menschen, dennoch lebt er gerne im Haus. Ein Marder hat im Haus in der Regel eines seiner Schlafquartiere. Dies muss für den Marder sicher sein und ruhig, damit er schlafen kann. Und diese Kriterien erfüllen die meisten Dachböden. Außerdem sind Dachböden trocken und gerade im Winter relativ warm.

Im Winter gibt es für den Marder noch einen weiteren Grund, bei  Menschen zu leben. Mülltonnen bieten dem Marder, dessen Nahrungsangebot im Winter eingeschränkt ist, eine willkommene Ergänzung. Diese sollten daher immer gut verschlossen sein, damit der Marder sich nicht leicht bedienen kann. Gleiches gilt für in Käfigen gehaltene Kleintiere insbesondere, wenn diese sich leicht zugänglich im Garten befinden, sonst sind die Tiere leichte Beute für den Marder.

Der Marder schläft nicht nur auf dem Dachboden, er legt auch Vorräte an und versteckt, was er nicht sofort fressen kann, an einem sicheren Ort. Das kann auch der Dachboden eines Hauses sein, ebenso eine Garage oder ein Versteck im Garten. Dabei ist der Marder meist in der Morgen- und in der Abenddämmerung zu hören.

Abends bricht das Tier zu seinen Jagdausflügen auf und kommt am Morgen zurück. Tagsüber schläft der Marder und ist in der Zeit nicht zu hören. Auch wechselt der Marder den Schlafplatz regelmäßig. Hören Sie also mehrere Tage nichts von dem kleinen Raubtier, heißt es nicht, dass der Marder endgültig ausgezogen ist.

Wenn der Marder nachts im Haus ist, richtet er oft einiges an Zerstörung an. Das Tier zerbeißt die Dämmung und hinterlässt an gelagertem Mobiliar Bissspuren. Das kann der Marder machen, weil er neugierig und relativ verspielt ist oder auch, weil ein Schlafunterschlupf ausgebaut wird.

Ebenso unangenehm ist, dass der Marder Aas auf den Dachboden schleppt und dort lagert. Das verbreitet Gestank, vor allem aber werden dadurch Insekten angelockt. Auch Mäuse oder Ratten können davon angezogen werden, diese stellen aber für Menschen kein Problem dar, denn der Marder jagt diese Tiere. Sie werden sich daher nicht auf dem Dachboden niederlassen, solange dort ein Marder wohnt.

Vorsicht
Haben Sie den Marder aber vertrieben, kann es sinnvoll sein auf Ratten- und Mäusebefall zu achten.

Ein Marderweibchen kann auf dem Dachboden auch die Jungtiere aufziehen. Dann wird es richtig laut, denn die Jungtiere toben auf dem Dachboden herum, wenn sie etwas größer geworden sind. Neben dem Lärmpegel steigt auch die Verdreckung und Zerstörung des Dachbodens. Die jungen Tiere sind sehr neugierig und untersuchen noch mehr als die Älteren alles mit den Zähnen.

Wie kommt der Marder ins Haus?

Marderabwehr beginnt damit, die Einstiegsstelle des Marders zu kennen. Nur so ist es möglich, die Marder auszusperren oder den Einstieg für den Marder so schwer wie möglich zu machen. Ein Garten ist gegen einen Marder nicht komplett zu sichern, da Marder geschickte Kletterer sind und über Zäune rüber klettern oder hindurchschlüpfen. Ein Dachboden oder auch eine Garage können dagegen gesichert werden.

Ebenso gibt es viele Wege für den Marder einzusteigen. Offene Fenster oder auch Türen sind zwar selten, aber ein Eingang, den der Marder nutzt.  Ansonsten ist aber auch jedes Loch eine Möglichkeit für den Marder einzusteigen. Daher sollten Dächer und auch die Wände nach Löchern abgesucht werden. Um zu den Löchern auf das Dach zu kommen nutzt der Marder Kletterhilfen, wie Pflanzen, die an der Hauswand ranken. Auch Fallrohre und Regenrinnen sind für den Marder eine willkommene Kletterhilfe. So kommt der Marder bei den meisten Häusern, relativ problemlos auf das Dach und so auch in das Gebäude.

Aber Marder können nicht nur sehr gut klettern, sie sind auch hervorragende Springer und überwinden durchaus zwei Meter. Büsche, Bäume oder auch Mülltonnen in der Nähe des Hauses oder der Garage sind daher Einstiegshilfen für den Marder.


Orte an denen sich der Marder herumtreibt:

Marder im Garten
der Marder im Hühnerstall
Marder in der Garage
Marder in der Dachrinne
Marder im Dach

Marderschutz im Haus

Lebt ein Marder im Haus oder der Garage, dann wollen die meisten Menschen das Tier wieder loswerden und aus dem Haus vertreiben. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, wie der Marder von Beginn an fern gehalten werden kann. Denn einen Marder fernzuhalten, ist deutlich einfacher, als ihn zu vertreiben.

Die Marderabwehr für das Haus sollte daher so früh wie möglich aktiviert werden, sodass der Marder idealerweise gar nicht erst einzieht. Ist der Marder eingezogen, sollten Sie aufpassen, dass Sie das Tier nicht einschließen. Es wird versuchen auszubrechen und bei diesen Versuchen schwere Schäden anrichten. Zudem verhungert das Tier, wenn es nicht ausbrechen kann und bei allem verständlichen Ärger, ist ein solcher Tod dem Tier gegenüber ungerecht und qualvoll. Ganz abgesehen davon, dass ein vorsätzliches Einsperren des Tieres strafbar wären. Was aber können Sie tun, wenn der Marder im Haus ist?

Abschottung und mechanischer Schutz gegen Marder

Die sicherste Methode einen  Marder vom Dachboden oder eine Garage fern zu halten, ist die Abschottung. Wird der Dachboden so gesichert, dass der Marder nicht in den Dachboden einsteigen kann, kann es auch nicht zu Problemen auf dem Dachboden kommen. Daher sollten Sie immer zuerst versuchen den Dachboden so abzuschotten, dass kein Marder eindringen kann. Hierbei sollten Sie auf die kleinsten Löcher achten. Ein Marder passt leicht durch ein Loch, welches nur einen Durchmesser von 10 Zentimetern hat. Die kleineren Weibchen oder auch Jungtiere passen auch durch kleinere Löcher. Eine gute Methode den Dachboden mechanisch zu schützen ist, feinmaschiger Draht. Mit diesem können auch kleinere Löcher gesichert werden. Ebenso müssen die Dachziegel kontrolliert werden. Hier sollten Sie einen Dachdecker befragen, wenn Sie unsicher sind. Marder drücken Dachziegel gerne hoch, wenn diese locker sind und die Tiere entwickeln dabei ziemliche Kräfte.

Als Einstiegshilfe beziehungsweise Kletterhilfe nutzt der Marder unter anderem die Regenrinne und Fallrohre. Diese können mit einem so genannten Mardergürtel geschützt werden. Diese Gürtel werden um das Fallrohr geschnallt. Durch die hervorstehenden Streben kann der Marder nicht an dem Fallrohr hochklettern, da er weder drüber steigen kann, noch sich hindurch zwängen kann.

Mardervergrämung mit Duft

Marder haben eine sensible Nase. Was die Tiere aber angenehm finden, unterscheidet sich oft erheblich von den, was Menschen angenehm finden. Marder lassen sich mit Gerüchen fern halten, wenn diese für den Marder bedrohlich, befremdlich oder auch nur unangenehm sind. Hierbei gibt es verschiedene Hausmittel, wie Hundehaare oder WC Steine, welche den Marder abschrecken sollen. Hundehaare wirken, weil Hunde für den Marder bedrohlich sind und er nicht freiwillig in der Nähe seiner Feinde wohnt. WC Steine riechen dagegen für den Marder einfach nur unangenehm. Die Produkte sind zwar leicht zu beschaffen, aber die Wirksamkeit ist umstritten, insbesondere weil viele Marder sich an diese Gerüche gewöhnen.

Außerdem gibt es noch das so genannte Marderabwehrspray auch hier ist die Wirksamkeit vom Marder abhängig. Einige Tiere lassen sich von dem Spray sehr gut beeindrucken. Andere dagegen bleiben nur wenige Tage fern und kommen dann wieder. Die Funktionsweise ist die gleiche, wie bei WC Steinen und anderen für den Marder streng riechende Dinge. Der Geruch des Sprays ist für den Marder unangenehm und er meidet ihn entsprechend. Wichtig ist, dass das Spray regelmäßig angewendet wird, damit der Geruch konstant stark bleibt. Beim Thema Duft wird außerdem geraten zu testen, welcher Duft dem Marder missfällt und bei diesem zu bleiben.

Vertreiben eines Marders durch Ultraschall

Zu den professionellen Mitteln gegen Marder gehört Ultraschall. Vorteil von solchen Geräten ist, dass Menschen die Geräusche in der Regel nicht hören. Sehr kleine Kinder, können die Geräusche aber oft wahrnehmen. Wenn Sie also ein kleines Baby oder Kind haben, sollten Sie daher auf Marderabwehr durch Ultraschall verzichten. Unter anderem der Stop & Go Typ 4B ist ein Gerät, welches den Marder mit Ultraschall vertreibt. Ultraschall funktioniert, da der Ultraschall für die sensiblen Ohren des Marders sehr unangenehm ist und der Marder eine solche Umgebung meidet, insbesondere wird er in dieser Umgebung nicht schlafen wollen oder können. Ein Nachteil ist, dass auch Hunde und Katzen den Ultraschall hören und dadurch gestört werden können. Wenn Sie ein Haustier haben, sollten Sie daher darauf achten, dass Sie ein Gerät wählen, welches das Haustier nicht stört.

Marderschutz Ultraschall mit Blitz

Eine Erweiterung von Ultraschall Abwehr ist der Ultraschall mit Blitz. Zusätzlich zum Ultraschall wird hier auf ein Blitzlicht gesetzt. Ausgelöst durch einen Bewegungsmeldet, blitzt es, wenn der Marder (oder ein anderes Tier) auf den Dachboden kommt. Diese Blitze sind sehr unangenehm, für an die Dunkelheit gewöhnte Augen. Zudem versteht der Marder nicht, woher die Blitze kommen und das verschreckt das vorsichtige Tier. Zusätzlich zum Ultraschall ist eine Kombination aus beidem eine gute Option, um den Marder los zu werden. Auch bei diesem Gerät sollte aber darauf geachtet werden, dass der Ultraschall nicht von anderen Hausbewohnern gehört wird, wie Babys oder auch Hunde. Ebenso kann dieses Gerät auch die eigene Katze verschrecken. Sollten Sie eine haben, ist eine solche Abwehr auf dem Dachboden nur zu empfehlen, wenn die Katze selbigen nicht betritt.